<
1 / 494
>
 
20.08.2026

Innungsübergreifender Startschuss für 81 „Zukunftsbauer“

Nordhorn. Mit dem Gesellenbrief in der Hand beginnt für 81 junge Handwerkerinnen und Handwerker in der Grafschaft Bentheim ein neuer beruflicher Abschnitt. Bei der 24. innungsübergreifenden Lossprechung der Kreishandwerkerschaft am 17. August im Konzert- und Theatersaal in Nordhorn wurden die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen offiziell von ihren Verpflichtungen aus der Ausbildungszeit losgesprochen.



Insgesamt 81 neue Gesellinnen und Gesellen hat das Grafschafter Handwerk nach der Lossprechung hinzugewonnen.
An der Feier beteiligten sich zehn Innungen: die Bäcker-, Bau-, Elektro- und Informationstechnik-, Fleischer-, Friseur-, Kfz-, Maler- und Lackierer-, Metall-, Sanitär- sowie Tischler-Innung Grafschaft Bentheim ebenso wie die Bürokaufleute. Durch das Programm führte Herbert Finke. Horst Lammers, Vorstand der Volksbank Niedergrafschaft, verglich in seiner Hauptrede die Ausbildungsjahre mit einer langfristigen Investition. Die Gesellinnen und Gesellen hätten Zeit, Kraft, Lernbereitschaft und Durchhaltevermögen investiert. „Es gibt eine Investition, die langfristig meist deutlich erfolgreicher ist als jede Geldanlage: die Investition in die eigene Ausbildung“, sagte Lammers. Wissen, Fähigkeiten und handwerkliches Können seien ein Vermögen, das dauerhaft erhalten bleibe.


Kreishandwerksmeister Heiko Ensink rückte den Zusammenhalt im Handwerk in den Mittelpunkt. „Hier geht es weniger um Hierarchien und Titel als um Teamarbeit und gegenseitige Unterstützung“, so Ensink. Zugleich machte er deutlich, dass mit dem Ende der Ausbildung das Lernen keineswegs abgeschlossen sei. Die jungen Fachkräfte starteten in einer Zeit in ihr Berufsleben, die von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Transformation, Klimawandel, Fachkräftemangel und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt sei. Für das Handwerk seien diese Entwicklungen vor allem Aufgaben, die es zu gestalten gelte.

Künstliche Intelligenz sieht Ensink dabei nicht als Konkurrenz: „KI ist für uns kein Gegner. Sie ist ein Werkzeug.“ Neue Technologien könnten Routinen übernehmen, bei Planungen helfen und Zeit sparen, ersetzten aber weder Erfahrung noch handwerkliches Können. „Ein Akkuschrauber baut kein Haus. Ein Schweißgerät schweißt keine Treppe. Und ChatGPT installiert keine Wärmepumpe“, so die klare Botschaft.

Ensink betonte zudem die gesellschaftliche Verantwortung des Handwerks. Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Lebensgeschichten arbeiteten in den Betrieben täglich zusammen. „Im Handwerk zählt nicht, wo jemand geboren wurde. Sondern wie er mit anpackt“, sagte der Kreishandwerksmeister.

Im Anschluss nahm Ensink die offizielle Lossprechung vor. Bei der Bestenehrung zeichneten die Obermeister der beteiligten Innungen besonders erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen mit einer Urkunde und einem Präsent aus. Für Unterhaltung sorgte Jens Ohle aus Hamburg mit artistischer Comedy. 

Zum Abschluss seiner Rede warb Ensink bei den jungen Fachkräften dafür, ihren Berufsabschluss selbstbewusst zu vertreten. Der Gesellenbrief stehe nicht allein für bestandene Prüfungen, sondern auch für Durchhaltevermögen, Erfahrungen und erworbenes Können. „Ihr geht als Fachkräfte. Als Problemlöser. Als Zukunftsbauer“, sagte Ensink. „Und wenn irgendwann einmal jemand fragt, was ihr beruflich macht, dann antwortet ruhig mit breiter Brust: ‚Ich bin Handwerker.‘“

Bilder der einzelnen Gewerke:

Maurer:



Zimmerer:



Elektroniker - Fachrichtung Gebäude- und Energietechnik:



Fachverkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk - Schwerpunkt Fleischerei:



Friseur:



Kfz-Mechatroniker - Schwerpunkt PKW-Technik:



Maler- und Lackierer:



Metallbauer - Fachrichtung Konstruktionstechnik:



Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik



Tischler:



Kaufleute für Büromanagement: