30.01.2026
Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim - Handwerkernachwuchs losgesprochen
Nordhorn. 68 junge Handwerkerinnen und Handwerker haben den ersten Meilenstein ihrer Karriere erreicht. Sie wurden jetzt im Konzert- und Theatersaal Nordhorn vor rund 350 Gästen losgesprochen. Bei der innungsübergreifenden Feier der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim – aus insgesamt zehn Innungen wurden Auszubildende verabschiedet – erhielten sie ihre Gesellenbriefe.
„Damit seid ihr die Experten für die Zukunft unserer Region“, richtete sich Kreisbrandmeister Daniel Loehrke als Hauptredner bei der Lossprechungsfeier an die jungen Handwerkerinnen und Handwerker. Er machte dem Nachwuchs dabei Mut: Auch wenn sich die Welt mit neuen Materialien, der Energiewende, der Digitalisierung und angesichts politisch unruhiger Zeiten rasant verändere, werde das solide, ehrliche Handwerk immer die Basis bleiben. „Bleibt neugierig, bildet euch weiter. Aber lasst nicht zu, dass die Technik eure Taktik bestimmt“, betonte Loehrke. Denn: „Die modernste CNC-Maschine, das neueste Diagnosegerät oder eine digitale Planungssoftware – das sind allesamt nur Werkzeuge. Die Taktik – das ist euer Fachwissen, euer Können und eure Entscheidungskraft vor Ort.“Gleichzeitig sprach sich der Kreisbrandmeister dafür aus, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Das Ehrenamt ist der Kitt unserer Gesellschaft. In der Grafschaft Bentheim verlassen wir uns darauf, dass der Nachbar dem Nachbarn hilft.“ Insbesondere Handwerkerinnen und Handwerker könnten mit ihren Fähigkeiten unterstützen und buchstäblich zu einer tragenden Säule der Gesellschaft werden – sei es bei der Freiwilligen Feuerwehr, beim THW, in Vereinen oder eben in der berufsständischen Selbstverwaltung.
Dem stimmte auch Kreishandwerksmeister Heiko Ensink zu. „Die guten Gesellen erkennt man nicht nur am Zeugnis. Man erkennt sie daran, dass sie bereit sind, die extra Meile zu gehen. Diese extra Meile brauchen wir heute mehr denn je. Im Betrieb und ganz besonders im Ehrenamt“, erklärte er in seiner Lossprechungsrede. Ensink gratulierte den frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen: „Ihr habt es geschafft. Ihr habt gelernt, geschwitzt, manchmal vielleicht geflucht, und dennoch durchgehalten.“ Dabei dankte der Kreishandwerksmeister auch den Lehrern, Ausbildern und Ausbildungsbetrieben, ehrenamtlichen Prüfern sowie dem Team der Kreishandwerkerschaft für die Wissensvermittlung und Unterstützung der Auszubildenden.
Dem Handwerkernachwuchs attestierte auch er gute Zukunftsaussichten. „Wir können die Weltpolitik hier nicht reparieren. Wir können keine Kriege beenden. Wir können keine globalen Märkte stabilisieren oder bitternötige Reformen auf den Weg bringen. Aber, wir können hier vor Ort jeden Tag etwas besser machen. Nicht mit Schlagzeilen. Sondern mit Arbeit, die funktioniert“, betonte er. Handwerk bedeute aus seiner Sicht, zu machen statt zu reden, zu liefern statt zu diskutieren, anzupacken, wenn andere erklären, und Lösungen zu bauen, während andere Probleme beschreiben. Und es sei eine gute Grundlage für die weitere Karriere: „Macht den Meister, Techniker oder geht studieren, So oder so: Euch stehen die Türen offen.“
Unter der Moderation von Herbert Finke und mit dem Showact von Comedy Artist Jens Ohle aus Hamburg klang die Lossprechungsfeier bei Currywurst und Getränken aus. Im Rahmen der Veranstaltung ehrten der Förderverein Gewerbliche Berufsbildende Schulen sowie die jeweiligen Obermeister der verschiedenen Innungen auch die besten Absolventen der Ausbildung.
Bildunterschrift
Insgesamt 68 neue Gesellinnen und Gesellen hat das Grafschafter Handwerk nach der Lossprechung hinzugewonnen.
