23.12.2025
Die Nachfolge im Fokus
Nordhorn. Mit Herausforderungen geht das Handwerk täglich um. Ideen zu entwickeln und Lösungen für Kunden zu finden, sind Teil des Jobs. Da gerät manchmal der Blick auf die eigene Lage ins Hintertreffen. Die Nachfolge zu regeln, den eigenen Betrieb in gute Hände zu geben – das ist eine nicht weniger wichtige Herausforderung.
Die Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim stellte dieses Thema auf einer Veranstaltung im Haus des Handwerks in Nordhorn in den Mittelpunkt. Rund 20 Unternehmerinnen und Unternehmer waren dabei und verfolgten unter anderem einen Impulsvortrag von Annika Hörnschemeyer und Dirk Lebeda von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. „Wer führt meinen Betrieb weiter?“ Das war die Frage des Abends.Hörnschemeyer und Lebeda haben in der Betriebsberatung der Handwerkskammer immer wieder mit dem Thema Nachfolge zu tun – von der Suche nach den passenden Kandidatinnen und Kandidaten über den Nachfolgefahrplan bis zum Businessplan. Sie beschrieben auch die Ausgangslage: KfW-Nachfolgestudien zeigen, dass in Zeiten des demografischen Wandels immer mehr Betriebe vor einer Übergabe stehen. Gleichzeitig sinkt die Zahl derer, die vor Selbstständigkeit und Verantwortung nicht zurückschrecken.
„Deshalb gehört die Nachfolge zu Ihrer Unternehmensstrategie und sollte gut durchdacht sein“, warben Hörnschemeyer und Lebeda für einen klaren Blick aufs Thema. „Nur wer rechtzeitig plant, kann gestalten, statt nur zu reagieren.“
Beide skizzierten die typischen Phasen eines Nachfolgefahrplans: von den ersten Überlegungen über Gespräche mit Familien, potenziellen Erben oder Mitgesellschaftern. Und natürlich mit jenen, die zwingend an Bord sein müssen: Steuerberatern.
Wie wichtig die Vorbereitung für den Prozess ist, machten die beiden deutlich. Es gehe nicht nur um die Übergabe des Betriebs, sondern auch um die persönliche Perspektive für die abgebende Generation. Weil das Zeit erfordert, sollte man fünf bis sieben Jahre einrechnen.
Im Rahmen der Veranstaltung der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim wurden den Besucherinnen und Besuchern zahlreiche Tipps und Anregungen mit auf den Weg gegeben. Zum Beispiel die Ermittlung des Unternehmenswerts oder die Frage, wie sich der eigene Nachfolgewunsch sichtbar machen lässt.
Die anschließende Diskussion zeigte deutlich, wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit der Unternehmensübergabe zu beschäftigen.
„Es war ein kurzweiliger und spannender Abend“, resümierte daher auch Sascha Wittrock, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim. Er schaute in seinem Fazit auch schon voraus. „Die Nachfolge wird uns weiterhin begleiten, sie ist ein wichtiges Thema für unsere Handwerksbetriebe.“ Voraussichtlich im April 2026 wird es daher eine weitere Veranstaltung zum Thema geben.
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